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Persönlichkeitsstörungen
Dieser Begriff bezeichnet ein durchgehendes Muster von beobachtbarem Verhalten,
Beziehungsgestaltung, Fühlen, Denken, Wahrnehmen und Bewerten, das sich deutlich
von dem anderer Menschen im Umfeld unterscheidet und bei den betroffenen Personen
Leid und Beeinträchtigungen in der Lebensführung verursacht.
Das ungewöhnliche Verhalten entsteht dabei nicht als unmittelbare Reaktion auf
Belastungen oder eine andere Erkrankung sondern existiert konstant und wenig
beeinflusst von aktuellen Ereignissen.
(Bei der Beurteilung dieser Aspekte einer Persönlichkeit muss selbstverständlich
auch immer der ethisch-religiöse, kulturelle und soziale Hintergrund berücksichtigt werden.)
Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung deuten ihre Symptome eher selten als Störung
obwohl sie leiden, häufig auffallen und ihnen von ihrer Umgebung wenig Verständnis für
ihr Verhalten entgegengebracht wird.
Betroffene Personen kennen sich selbst einfach nicht anders, können sich nicht vorstellen
anders zu denken, zu handeln oder eine deutliche Veränderung herbeizuführen.
Die ungewöhnlichen oder besonders ausgeprägten Merkmale bestehen dabei immer
seit dem jugendlichen oder frühen Erwachsenenalter.
Je nach Art dieser Merkmale unterscheidet man zehn Typen. Es gibt noch genauere Unterteilungen (bis zu 18 Typen) und etwas andere Bezeichnungen für die einzelnen Persönlichkeitszüge (z. B. in der Schema-Therapie nach J. Young).
Viele Betroffene weisen auch Merkmale mehrerer Typen auf.
Wenn vier bis fünf Aspekte eines Typus zutreffen, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit
für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung.
Paranoide Persönlichkeitsstörung
(NICHT gleichbedeutend mit einer wahnhaften Störung, "Verfolgungswahn")
Schizoide Persönlichkeitsstörung
(NICHT gleichbedeutend mit Schizophrenie oder einer anderen psychotischen Störung!)
Schizotypische Persönlichkeitsstörung
(NICHT gleichbedeutend mit Schizophrenie oder einer anderen psychotischen Störung!)
Antisoziale (oder dissoziale) Persönlichkeitsstörung
Histrionische Persönlichkeitsstörung
Narzisstische Persönlichkeitsstörung
(NICHT gleichbedeutend mit einer wahnhaften Störung vom Typus Größenwahn!)
Vermeidend-selbstunsichere Persönlichkeitsstörung
(NICHT gleichbedeutend mit Sozialphobie!)
Dependente Persönlichkeitsstörung
Zwanghafte Persönlichkeitsstörung
(NICHT gleichbedeutend mit Zwangserkrankungen!)
Eine besonders belastende Form ist die Borderline Persönlichkeitsstörung , sie
wird zu den Störungen der emotionalen Stabilität gerechnet und tritt oft gemeinsam mit anderen psychischen Erkrankungen auf.
Betroffene Menschen stehen meist unter hohem Leidensdruck weil sie keine Erklärung für die Vielzahl der Symptome
haben und ständiger innerer Anspannung ausgesetzt sind. In ihrem direkten Umfeld befinden sich
häufig ebenfalls Personen mit schwerwiegenden psychischen Problemen. Durch die Störung
können Schwierigkeiten bei der Berufstätigkeit, Ausbildung und in Beziehungen entstehen.
Wegen der Ähnlichkeit einzelner Symptome zu anderen Störungsbildern ist eine Diagnose
nicht immer leicht zu stellen, die Behandlung erfordert spezialisiertes Wissen und viel Geduld von allen Beteiligten.
Diagnostische Kriterien:
(mindestens fünf Aspekte müssen zutreffen)
ACHTUNG: Einige der angeführten Symptome können auch bei Jugendlichen in einer
schweren pubertären Krise auftreten, sie gehen meist mit dem Prozess des
Erwachsenwerdens wieder zurück (rechtfertigt also noch nicht die Diagnose einer
Borderline-Störung).
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