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Essstörungen


Zu den derzeit in Industrieländern mit Nahrungsüberfluss wie bei uns in Europa am häufigsten diagnostizierten Essstörungen gehören die Magersucht oder Anorexie
und die Ess-Brechsucht oder Bulimie.

Es leiden vor allem junge Frauen ab der Pubertät bis Mitte Zwanzig an gestörtem Essverhalten. In Österreich sind momentan ca. 100.000 betroffen; diese Probleme treten seltener bei Männern auf, selten ist auch ein Beginn dieser Störung nach dem 40. Lebensjahr.

Als Hauptauslöser werden oft die in den Medien ständig präsenten Vorbilder von untergewichtigen Models und eine intensive Beschäftigung mit Diäten genannt. Es sind jedoch nicht nur diese Faktoren ausschlaggebend, nach neueren Studien haben veränderte Eßgewohnheiten in den Familien stark zu gestörtem Essverhalten beigetragen.

In vielen Familien können nur mehr wenig gemeinsame, selbst zubereitete Mahlzeiten in Ruhe genossen werden. Häufig fällt bereits das Frühstück aus, viele Kinder und Jugendliche kommen mit leerem Magen zur Schule und versorgen sich im Lauf des Tages selbständig mit Nahrungsmitteln. Die Zeit zum Einkaufen und Kochen fehlt häufig, ebenso die Möglichkeit, dass alle Mitglieder eines Haushaltes ohne Zeitdruck gemeinsam am Tisch sitzen. Viele Kinder und Jugendliche erleben in ihrem Umfeld Erwachsene, die immer wieder "auf Diät" sind und über Probleme mit Gewicht und Figur klagen, diese Vorbildwirkung beeinflusst vermutlich noch stärker als Werbung, Mode und unerreichbare Schönheitsideale.

Der Verdacht auf eine Essstörung liegt vor, wenn man nicht mehr unbelastet nach Hungergefühl, Gusto und Appetit mit Genuss essen kann, sondern das Essen immer kombiniert ist mit Vorsicht, Überlegen und schlechtem Gewissen, und die Waage sowie das Kalorienberechnen zu ständigen Begleitern werden.

Besonders die Anorexie ist eine schwere und durchaus gefährliche Erkrankung. 10% der mit dieser Diagnose in Kliniken eingewiesenen Personen sterben an den Folgen.

Die Diagnose "Anorexia nervosa" wird gestellt, wenn folgende Kriterien zutreffen:
  • Bei bereits bestehendem Untergewicht intensive Ängste vor jeder Gewichtszunahme und vor dem "Dicksein".

  • Ein dem Alter und der Körpergröße entsprechendes Minimum an Normalgewicht wird verweigert, sodass über lange Zeiträume das Gewicht diese Norm um mehr als 25% unterschreitet. z.B.: das Minimum an Normalgewicht für eine 21-Jährige mit 168 cm Körpergröße liegt lt. BMI (Body-Mass-Index) bei ca. 54 Kilo.

  • Die eigene Figur und das Körpergewicht werden nicht realistisch wahrgenommen , der Schweregrad des Untergewichtes wird verleugnet, der Selbstwert in übertriebener Form vom Körpergewicht abhängig gemacht.

  • Die Menstruationsblutung setzt bei Frauen durch mindestens drei aufeinander folgende Zyklen aus.
  • Die Diagnose "Bulimia nervosa" wird gestellt, wenn folgende Kriterien zutreffen:
  • Wiederholtes Auftreten von Essanfällen; dabei wird in einem bestimmten Zeitraum eine übermäßig große Menge an Nahrungsmitteln aufgenommen, wesentlich mehr, als die meisten Menschen in der gleichen Zeit essen würden.

  • Dabei entsteht ein Gefühl von Kontrollverlust, es erscheint nicht mehr möglich, die Menge und die Art der Nahrungsmittel zu kontrollieren, oder mit dem Essen aufzuhören.

  • Regelmäßige Maßnahmen gegen eine Gewichtszunahme wie vor allem selbstherbeigeführtes Erbrechen, Einnahme von Abführmitteln, Appetitzüglern und ähnliches, auch Fasttage und extreme körperliche Bewegung. Das Körpergewicht kann häufig im normalen Bereich gehalten werden.

  • Die Essattacken und die gegensteuernden Maßnahmen kommen mindestens zweimal pro Woche vor und dauern mehrere Monate bis Jahre an.

  • Das Selbstwertgefühl hängt stark von der Figur und vom Gewicht ab.
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